Das Geld im Fluss halten

Die Reaktion der Staaten auf die sogenannte „Finanzkrise“ war, bei Licht betrachtet, nicht nur äußerst teuer, sondern auch äußerst erstaunlich: wanderten doch innerhalb von nur wenigen Tagen vormals vehement vertretene Ansichten über die „richtige“ Wirtschaftspolitik auf die Müllhalde der Geschichte. Galt zuvor jahrelang der Grundsatz und das Ziel, dass sich der Staat möglichst vollständig aus der Wirtschaft herauszuhalten habe und dass allein der Markt alles zum Besten richten werde, so schwenkten selbst härteste Neoliberale in kürzester Zeit um: Der Staat hatte nun, unter Einsatz atemberaubender Budgets, ebendiese Wirtschaft, allen voran die Banken, zu retten.

Warum darf dann, wenn nicht Gewinne, sondern Verluste zu privatisieren wären, der Markt nicht mehr walten ? Warum werden Banken für „systemrelevant“ erklärt und vom Staat – also von uns allen – vor der Insolvenz bewahrt ?

Gleichzeitig haben die bis vor kurzem vorherrschenden Wirtschaftswissenschaften in vieler Hinsicht versagt: Für die neoliberalen Modelle lagen Finanzkrisen wie die aktuelle offensichtlich gar nicht im Rahmen der Möglichkeiten. Entsprechend gab es in den neoliberalen Denkmodellen keine Indikatoren, die das Heraufziehen einer derartigen Finanzkrise angezeigt hätten; mehr noch: diese Modelle konnten nichts Brauchbares zur Prognose, zur Analyse oder gar zu einer Behebung der Krise beitragen.

Stattdessen wurden und werden Methoden hervorgeholt, die lange als „keynesianisch“ verpönt waren: Der Staat soll Retter sein und einspringen. Er soll die „faulen“ Kredite übernehmen, für die „Bad Banks“ bürgen, für Wertpapiere künstlich Nachfrage herstellen und so deren Preis und Rendite sichern; für Wertpapiere, die für Immobilien stehen, die keiner braucht und die daher real nie Rendite abwerfen würden.

Warum ist das so ?

Die folgenden Texte möchten ein Denkmodell vorstellen, das im wesentlichen auf Silvio Gesell und John Maynard Keynes zurückgeht, und das Ursachen und Verlauf der Krise zumindest dem Grundsatz nach logisch erklären kann; darüber hinaus bietet dieses Modell einen Ansatz für die Vermeidung dieser und ähnlicher weiterer Krisen.

Der Lösungsansatz läuft – kurz gesagt – darauf hinaus, dass die Konstruktion unseres Geldes geändert werden muss. Dieser Vorschlag ist somit nichts für schwache Nerven. Es erfordert Mut zu unkonventionellen Denkweisen und die Bereitschaft, sich mit einem Element unseres täglichen Lebens auseinander zu setzen, über das man buchstäblich nie nachdenkt.

Als Nicht-Wirtschaftler werden Sie sich damit erfahrungsgemäß leichter tun als als Ökonom: letzteren stehen in der Regel die in der scientific community vermittelten und gepflegten Paradigmen („das Geld liegt als neutraler Schleier über der Wirtschaft“) im Weg. Aber Zeiten wie unsere sollten deutlich genug gezeigt haben, dass möglicherweise gerade die sonst nicht hinterfragten Paradigmen auf den Prüfstand müssen.

Die folgenden Texte werden kontinuierlich ergänzt; ich bitte zu entschuldigen, dass zunächst reine Textversionen entstehen werden: mir geht es für's erste um eine Darstellung der Zusammenhänge und um die Formulierung der entscheidenden Thesen. Die dahinterstehenden Daten und z.B. auch Literaturhinweise und -belege werden im Laufe der Zeit ergänzt. Auch eine Zusammenstellung aller Einzeltexte als downloadbare Textversion wird es spätestens nach Abschluss der ersten Texterstellungsphase geben.

Befund 1

Die drohende „Kernschmelze“ des Finanzsystems: Was ist eigentlich passiert ?

Im Kern ist in den USA (und andernorts) eine Spekulation mit Grundstücken geplatzt.

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Befund 2

Marktwirtschaft oder Kapitalismus – in welcher Welt leben wir eigentlich ?

In einer funktionierenden Marktwirtschaft müssten die realen Renditen ohne Schaden gegen Null gehen können.

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Analyse 1

Warum die „Masters of the Universe“ lieber spekulieren als produktiv investieren

Casino statt realer Rendite mit den von Alan Greenspan (und anderen) aufgeblähten Geldmengen

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Analyse 2

Die „Kernschmelze“ wäre in Wahrheit ein Einfrieren des Finanzsystems

und die „Vertrauenskrise“ war eigentlich eine „Hortung von liquiden Mitteln“

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Analyse 3

Liquidität

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Analyse 4

Liquiditätsverzichtsprämie

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Analyse 5

Sparen, Horten, Geld verleihen und Zins nehmen

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Analyse 6

Zuviel Zucker führt zu Diabetes

Bisher besteht nur die Möglichkeit, durch das Zuckerbrot des Zinses den Geldumlauf zu sichern – was durchaus seine negativen Seiten hat

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Therapie 1

Das Geld im Fluss halten

Der Geldumlauf muss durch eine Änderung der Konstruktion des Geldes gesichert werden

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Therapie 2

Was passieren würde, wenn sich nichts ändert oder lediglich ein bisschen strenger „reguliert“ wird

Wir werden das Platzen der jetzt entstehenden Blase und das Ende des nächsten Konjunkturzyklus voraussichtlich nicht mehr heil überstehen

mehr … [wird demnächst ergänzt)

Analyse 7

Wo Silvio Gesell nicht mehr ganz zum Ende gelangt ist: die Sicherung des Geldumlaufs ist nicht das Hauptziel, sondern ein Nebeneffekt

oder: warum es nicht ganz unwichtig ist, wie die Vorteile, die uns mit der Existenz von Geld beschert werden, abgeschöpft bzw. verteilt werden

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Analyse 8

Der Unterschied zwischen „Inflation“ und der Abschöpfung des Liquididätsnutzens

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Analyse 9

Ein interessanter Nebeneffekt: mit neutralem Geld kann eine Wirtschaft wachsen, sie muss es aber nicht mehr um jeden Preis tun

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Analyse 10

Der Traum vom Sieg über die Entropie

Einige Thesen, warum es soweit gekommen ist.

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Ausblick 1

Noch ein paar Hinweise zur Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen

mehr … [wird demnächst ergänzt)

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Zuletzt geändert am 28.12.2009